Spanien verschiebt Investitionen in E-Infrastruktur
Madrid, 26.04.2010
Das mit hohen Schulden kämpfende Spanien verschiebt milliardenschwere Investitionen zum Ausbau seiner Energie-Infrastruktur. Die geplanten 3,2 Milliarden Euro für die Bereiche Erdgas und Strom seien derzeit nicht nötig, teilte das Industrie-Ministerium am Freitag (23. April) mit. Ein entsprechender Vorschlag sei an die nationale Regulierungsbehörde geschickt worden.
Spanien gehört wie Griechenland, Irland, Italien und Portugal zu den Staaten im Euro-Raum mit den größten Haushaltsproblemen. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone will ihr Budgetdefizit von 11,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis 2013 wieder unter die EU-Obergrenze von drei Prozent senken. Dafür hat sie einen Plan vorgelegt, der Einsparungen von 50 Milliarden Euro vorsieht. Die EU-Kommission hat das Defizit-Ziel Spaniens als "ausgesprochen optimistisch" bezeichnet.
Durch die schwerste spanische Wirtschaftskrise seit einem halben Jahrhundert ist allerdings auch der Verbrauch an Energie zurückgegangen. In den ersten Monaten 2010 sei die Nachfrage aber wieder steil angestiegen, erklärte das Ministerium. Setze sich der Trend fort, könnten alte Stände wieder erreicht werden und die Investitionen würden dann doch getätigt. Ein Sprecher des Ferngasanbieters Enagas sagte, die Verschiebung sei erwartet worden.
Quelle: APA/ag
